Elektrozaun für Facebook – nur in Deutschland?

Posted by Eva Köhli on 23/01/11

In Deutschland ist im Bereich der Privatsphäre ein kleiner Sieg zu Gunsten der Verbraucher zu verzeichnen: Facebook darf nicht mehr selbsttätig an Kontakte aus den E-Mail- und Handy-Adressbüchern der Nutzer Einladungen für Facebook-Mitgliedschaften verschicken.

Zunächst klingt dies gut, da sich seit langer Zeit viele Internetnutzer weit mehr als nur ein bisschen darüber wundern, Einladungen von Facebook zu erhalten. Und dies, obwohl sie noch nicht einmal jemanden kennen, der das Portal nutzt!

Allerdings gibt es momentan noch ein entscheidendes, großes Fragezeichen: Werden diese und viele weitere geplante Privatsphäre-Regelungen für Facebook sowie möglicherweise weitere soziale Netwerke und Online-Communities überhaupt über Deutschlands Grenzen hinweg gelten? Denn wie wir alle wissen, ist eines der Hauptkennzeichen von Facebook die globale Aktivität. Für Menschen mit internationalen Kontakten wäre diese Rechtsentscheidung komplett nutzlos.

Hier drängt sich wie so häufig die Frage auf, wie sinnvoll nationale, rechtliche Entscheidungen bei internetbezogenen Themen sind.

Auf geht’s nach Googlewood!

Posted by Eva Köhli on 07/09/10

Die Google / YouTube Community streckt Ihre Fühler scheinbar weiter aus – nächster Halt: Hollywood!

Man gibt sich nicht mehr mit Kurzvideos zufrieden, sondern plant einen kostenpflichtigen Spielfilmdienst einzurichten. Dieser soll zunächst in den USA starten, ein aktueller Kinofilm in voller Länge soll dort um 5 Dollar kosten, wird jedoch nicht zum Download angeboten werden, sondern als Stream zur Verfügung stehen (Google macht Youtube zum Spielfilmportal).

Ganz abgesehen von der offensichtlichen Kontroverse, dass Google beabsichtigt, Internetnutzer über seine eigene Suchmaschine zu dem Portal zu führen, stellt sich mir die Frage: Werden Nutzer wirklich bereit sein 5 Dollar für einen Film zu bezahlen, um ihn ein einziges Mal im Stream zu sehen? Und was passiert bei einer Unterbrechung der Internetverbindung?

Ein Film auf DVD (zugegeben, keine kürzlich erschienenen Hollywoodfilme) kann schon für 5 Euro erworben werden, und auch iTunes (einer der größten Konkurrenten des YouTube-Dienstes) bietet Filmdownloads (die Betonung liegt auf ‘Downloads’) zu ähnlichen Preisen an.

Mein Fazit lautet: Für den Fall, dass sich keine weiteren offensichtlichen Vorteile des Services herauskristallisieren, wird der YouTube-Filmdienst auf die Suchmaschinenwerbung angewiesen sein – ansonsten heißt es vielleicht bald wieder ‘Goodbye, Googlewood!’

Citzalia braucht das Land (?)

Posted by Eva Köhli on 19/08/10

Second Life im Europaformat – dies ist die neueste Initiative des Europäischen Parlaments, um Licht in die Arbeit der EU Institutionen zu bringen und ein weiterer Versuch erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.

Grundsätzlich stellt sich mir schon seit längerer Zeit die Frage, ob insbesondere außerhalb von Brüssel, Anstrengungen unternommen werden, die EU bürgernäher zu gestalten. Zeitweise ist es durchaus verständlich, dass in so gut wie jedem Land die Skepsis der Menschen gegenüber Brüssel mal mehr und mal weniger, aber immer präsent ist, wie man an der Medienberichterstattung erkennen kann.

Citzalia, das Second Life ähnliche virtuelle Netzwerk, das in Kürze vom Europäischen Parlament aktiviert wird, soll scheinbar insbesondere die jüngste Generation der Europäer, jene die mit Web 2.0 aufwachsen, ansprechen. Streng genommen unterscheidet sich diese Kombination von Informationsportal und Kommunikationsplattform insofern von Second Life, dass es dort möglich sein wird, eine eigene Seite in Form eines Büros einzurichten, und sich dort selbst mit Blog Posts, Bildern und Sonstigem zu präsentieren.

Die Skepsis ist groß, dass die virtuelle Welt von Citzalia Erfolg bringend sein wird, und vor allem ob sich die Investition lohnt. Meiner Meinung nach könnte die Plattform eine große Chance für die EU Institutionen sein, die nächste Stufe der Kommunikation zu erreichen.

Was hierfür benötigt wird ist die richtige Werbung für die Plattform – Kommunikation der Kommunikation!

Europäische Bilanz der Fußball-WM 2010

Posted by Eva Köhli on 21/07/10

Es ist schon interessant: Insgesamt hat man das Gefühl, dass überall die “Europäisierung” in der Gesellschaft zunimmt; in der Politik und der Gesetzgebung sowieso, ebenso bezogen auf freiwillige Angleichungsmaßnahmen wie beispielsweise in der Bildung.

Am deutlichsten ist das Zusammenwachsen der individuellen Nationalitäten und der Vorgang des Lernens voneinander in Brüssel und der “Euro-Bubble” erkennbar, wo Unterschiede zwar weiterhin erkennbar sind, aber sehr geschätzt werden. Und Eigenarten der eigenen Landsleute werden gelegentlich kritisch betrachtet.

Wenn es jedoch um Sportereignisse und insbesondere Fußball geht, ist der nationale Zusammenhalt extremer denn je, sowohl in Brüssel als auch im Rest der Welt. Man ist in erster Linie wieder Engländer, Holländer, Deutscher. Und danach erst Europäer. Es gibt vielfach Gelegenheit, seine persönliche Unterstützung und Vorliebe für ein teilnehmendes Land der Welt mitzuteilen. Hierbei ist und bleiben besonders die sozialen Netzwerke beliebt (z.B. die Facebook-Gruppe “Mein Herz schlägt schwarz-rot-gold“).

Bei aller Unterstützung des Heimatlandes während dieses Monats wurde jedoch auch des öfteren mit den Nachbarländern mitgefiebert, mitgefeiert und mitgelitten.

Aber nun ist wieder die Zeit gekommen, um “Vollblut-Europäer” zu sein – bis zur Fußball-Europameisterschaft 2012.

Googles ‘Missgeschick’

Posted by Eva Köhli on 24/05/10

Dass Facebook es mit der Privatsphäre seiner Nutzer und mit dem Datenschutz nicht allzu genau nimmt, dürfte sowohl durch vergangenen Beitrage als auch andere Pressemitteilungen mittlerweile jedem klar geworden sein.

Zur etwas neueren Geschichte zählen dagegen Googles Missetaten: Das Unternehmen gibt sich als transparent, für Kunden und Konkurrenten einsehbar. Vor Kurzem allerdings erregte Google mit ‘Street View’ Aufmerksamkeit, und dies vor allem im negativen Sinne, da Bürgerinnen und Bürger sich Sorgen um die Kenntlichkeit von beispielsweise KFZ-Kennzeichen machten.

Nun hat sich das Unternehmen einen weiteren Faux-Pas erlaubt: “Versehentlich” wurden Wi-Fi Daten ungeschützer Netzwerke gesammelt und gespeichert ( Privacy of the InternetEconomist.com). “We screwed up” lautet der Kommentar eines Co-Gründers. Es ist allerdings fraglich, ob eine solche Sache bei einem Unternehmen mit langjähriger Erfahrung und Expertenwissen wirklich ein Versehen sein kann? Oder ob dies vielmehr beabsichtigt war, Google jedoch darauf gehofft hat, dass niemand etwas merkt?

So oder so ist zum empfehlen, dass Regulatoren und Behörden ihre Aufmerksamkeit nicht bloß auf Facebook konzentrieren, denn auch Andere könnten Einschnitte in die Privatsphäre ihrer Nutzer planen.

Ist der Ruf erst ruiniert…

Posted by Eva Köhli on 13/04/10

Laut einem gestern erschienenen Kommentar in der Online-Version von FT Deutschland, ist es letztendlich vollkommen egal, sowohl was über uns im Internet steht, als auch ob wir versuchen diese Inhalte zu kontrollieren oder nicht.

Laut des Artikels ist die einzige Lösung, zumindest für Erwachsene, die, sich ein dickes Fell zuzulegen. Der Karriere schade dies laut der Aussage der Autorin nicht. Es ist allerdings bekannt, dass die Meinungen diesbezüglich auseinander gehen.

Dennoch ist die Argumentation der Autorin einleuchtend, denn früher oder später, mit wachsenden Zahlen der Nutzer von sozialen Netzwerken und mehr und mehr Informationen, die in ‘Cloud’ gespeichert und im Internet verfügbar sind, wird bei jedem die ein oder andere (sofern vorhandene Leiche) zum Vorschein kommen. Und selbst wenn nicht vorhanden, so wird es auch im Internetzeitalter immer jemanden geben, der Unwahrheiten über andere verbreiten möchte. Der einzige Unterschied bei diesem Medium ist die schnellere, anonymere Verbreitung. Diese wird sich aber auch durch Richtlinien und sonstige Regelungen nicht aufhalten lassen.

Heißt dies nun, dass alle Bemühungen von Ministerin Aigner sowie anderen Institutionen vergebliche Liebesmüh sind, wenn letztendlich doch alles zu Tage gefördert wird?

Aigner vs. Facebook

Posted by Eva Köhli on 09/04/10

Es ist zwar nicht das erste Mal, dass die Datenschutz-Politik von sozialen Netzwerken, und insbesondere von Facebook angegriffen wird, aber wohl das erste Mal, dass sich ein Politiker in Deutschland in Briefform an den Gründer der Plattform wendet ( Aigner droht Facebook-Gründer ).

Wie bereits anfangs von mir angekündigt, soll dieser Blog eigentlich mit den Vorurteilen, die mit sozialen Netzwerken verbunden sind, aufräumen, und eine objektivere Sichtweise für die nationale und EU-Politik fördern. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass Facebook in diesem Fall doch über die Stränge schlägt, und sich dieses Verhalten eigentlich nicht erlauben dürfte.

Die Drohung der Verbraucherschutzministerin, aus dem Netzwerk auszutreten, ist zwar lobens- und nachahmenswert, doch die Frage ist, lässt sich diese Konsequenz wirklich auf breiter Ebene durchsetzen?

Oder wird den Nutzern diese weitere Einschränkungen ihrer Rechte gleichgültig sein?

Der Brief der Ministerin an Zuckerberg (laut “Spiegel Online”)

Sehr geehrter Herr Zuckerberg,

mit großer Verwunderung habe ich gesehen, dass “Facebook” ungeachtet der Bedenken von Nutzern und massiver Kritik von Verbraucherschützern den Datenschutz im Netzwerk weiter lockern möchte. Wie es in Ihrer aktuellen Datenschutzrichtlinie heißt, sollen künftig Nutzerdaten automatisch an Dritte weitergegeben werden. Dabei soll es sich um vorab überprüfte Website- und Applikationen-Betreiber handeln. Wer dies nicht möchte, muss selbst tätig werden und aktiv die Opt-Out-Funktion benutzen.

Ich nutze jeden Tag, beruflich wie privat, das Internet, und bin Mitglied in mehreren sozialen Netzwerken, darunter auch bei Facebook. Soziale Netzwerke sind eine Bereicherung und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Gerade weil Netzwerke wie Facebook Millionen von Menschen über Ländergrenzen hinweg miteinander vernetzen, muss der Schutz der Privatsphäre einen hohen Stellenwert haben.
Wie Sie wissen, setze ich mich als Bundesverbraucherministerin mit Nachdruck dafür ein, dass der Schutz personenbezogener Daten im Internet gewährleistet wird. Privates muss privat bleiben – ich denke, ich spreche hier für viele Internet-Nutzer. Leider achtet Facebook diesen Wunsch nicht, was auch durch die jüngste Studie der “Stiftung Warentest” belegt wurde. Facebook schneidet hier schlecht ab. Im Umgang mit Benutzerdaten und bei Nutzerrechten ist jeweils die Note “mangelhaft” vergeben worden. Bei der Datensicherheit hat sich Facebook nicht in die Karten blicken lassen – dafür gab es ebenfalls die Note 5.
Umso erstaunlicher ist es, dass Facebook nicht gewillt ist, die bestehenden Mängel im Datenschutz abzustellen, sondern stattdessen noch weitergehende Eingriffe vornimmt. Mit solchen Entscheidungen kann ein Unternehmen auf Dauer kein Vertrauen gewinnen.

Ich erwarte von Facebook, die Datenschutzrichtlinie umgehend zu überarbeiten.

• Facebook muss sicherstellen, dass die persönlichen Daten aller Mitglieder umfassend geschützt werden.
• Geplante Änderungen der Nutzungsbedingungen müssen allen Mitgliedern klar und deutlich bereits vor jeder Änderung mitgeteilt werden.
• Grundsätzlich dürfen persönliche Daten nicht ohne Einwilligung automatisch an Dritte zu kommerziellen Zwecken weitergeleitet werden. Eine Weiterleitung und Kommerzialisierung privater Daten darf nur mit Zustimmung der betroffenen Personen erfolgen. Gerade weil besonders jungen Nutzern meist nicht bewusst ist, dass ihre persönlichen Profile zu kommerziellen Zwecken genutzt werden sollen, kommt Unternehmen wie Facebook eine besondere Verantwortung zu.

Sollte Facebook nicht bereit sein, seine Firmenpolitik zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden.

Mit freundlichen Grüßen
Ilse Aigner

Europäische eSkills Week

Posted by Eva Köhli on 10/03/10

Meine Erwartungen an die eSkills Week der DG Enterprise und Industry waren wahrscheinlich viel zu hoch.

Dies wird der Grund sein, warum ich von dieser Veranstaltung leider mehr als enttäuscht war. Dies bezieht sich sowohl auf die Sichtbarkeit in EU-Kreisen als auch auf die Anzahl der Veranstaltungen. Es ist selbstverständlich möglich, dass außerhalb Brüssels in dieser Woche e-Skills und dem damit möglicherweise verbundenen Thema des Social Networkings mehr Aufmerksamkeit zugekommen ist. Dies kann ich nicht beurteilen.

Trotzdem bedaure ich sehr, dass die EU Institutionen und speziell die Europäische Kommission diese Gelegenheit nicht genutzt haben, um sich dem Bereich Social Media zu widmen.

Werden die Institutionen bald ganz den Anschluss verlieren was diese Netzwerke betrifft? Und bedeutet dies, dass Themen und Entscheidungen der EU Politik die neue Generation von EU-Bürgern bald gar nicht mehr erreichen?

eSkills und Social Networks

Posted by Eva Köhli on 24/02/10

64% der unter 24jährigen Internetnutzer in der EU waren bereits im Jahre 2008 auf Social Networking Sites aktiv, wie die Studie “The impact of Social Computing on the EU Information Society and Economy” belegt.

Mittlerweile dürfte diese Zahl noch deutlich gestiegen sein, und die Aktivitäten in Social Networks gehen weit über die Themenfelder ‘Unterhaltung’ und private Konversationen mit Freunden hinaus. Die Bereiche, die durch Social Networks unterstützt werden erstrecken sich entgegen des Eindrucks, den so mancher Einsteiger in diesem Feld bekommt, auf Arbeit, Gesundheit, Lernen und mehr.

Nicht ohne Grund ist zur Zeit auch die Entwicklung der ‘Enterprise 2.0′ Netzwerke in vollem Gange. Hierbei sollen Social Networks in einem unternehmerischen Kontext genutzt werden. Im Grunde handelt es sich hierbei um das gleiche Modell, das bei Twitter und Facebook genutzt wird, jedoch wird es hinter der Firewall des Unternehmens betrieben und schützt demnach firmeninterne Informationen vor unbefugtem Zugriff von Außen.

In Anbetracht dieser Entwicklungen sowie der Tatsache, dass prognostiziert wird, dass in 5 Jahren 90% aller Jobs IT Kenntnisse erfordern werden, bleibt zu hoffen, dass die nächste Woche stattfindende eSkills Week, die die EU-Institutionen veranstalten, nicht außer Acht gelassen werden.

Social Networks als Feind?

Posted by Eva Köhli on 16/02/10

Wie in jüngster Vergangenheit von der Europäischen Kommission deutlich gemacht, herrschen nach wie vor negative Eindrücke und Bedenken vor, wenn es um die Theman ‘Social Networks’ und ‘Online Communities’ geht.

Die EU-Kommissarin Viviane Reding hat letzte Woche speziell Facebook an den Pranger gestellt. Natürlich sind die Sorgen was den Schutz der Privatsphäre angeht berechtigt, sowohl allgemein als auch konkret auf Minderjährige bezogen. Dennoch sind sich die meisten Nutzer dieser Risiken durchaus bewusst.

Störend ist vor Allem, dass diese dunkle Seite der Medaille in der europäischen Berichterstattung als Einzige hervortritt, obwohl es viele andere wichtige Themen gibt, die mit der Online-Gesellschaft assoziiert werden sollten: Die Rolle sozialer Netzwerke als Konkurrenten zu Verbänden, sowie als Medium zur Pflege beruflicher und privater Kontakte, als auch als Informationsquelle und Werbefläche für jegliche Form von Assoziation.

Wie man es auch dreht und wendet, es führt kein Weg an Web 2.0 vorbei, jedoch scheint es so, als ob auf europäischer Ebene diese Entwicklung bekämpft würde.

Ein neutraler Ansatz von Seiten der EU Institutionen, der gelegentlich auch diei positiven Seiten von Online Communities und Social Networks hervorhebt, und vielleicht mit gutem Beispiel voran geht, wäre wünschenswert!

E-Community Expat rss

Comments and opinions on social networking and virtual communities at the national level and in an EU context. The focus will be on opportunities and benefits connected to recent events in this area, and also on some of the problems and hurdles that are linked to it. more.



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